Liebe Leserinnen und Leser,
für Frieden einsetzen – für alle, überall, jeden Tag. Unter diesem Motto würdigt der diesjährige Internationale Tag des Friedens der Vereinten Nationen am 21. September Friedensstifterinnen und Friedensstifter weltweit. In diesen unfriedlichen Zeiten ist das eine wichtige Botschaft: Frieden ist eine globale Aufgabe. Frieden entsteht nicht nur bei internationalen Friedensprozessen, sondern auch im Klassenzimmer. Hier setzt Friedensbildung an. Sie ermöglicht jungen Menschen eine eigene Haltung zu Frieden und dem gewaltfreien Umgang mit Konflikten zu entwickeln, sie macht globale Herausforderungen verständlicher und bestärkt sie, ihre Zukunft aktiv mitzugestalten.
Frieden beginnt im Alltag
Friedensbildung beginnt bei der Frage, wie wir miteinander umgehen: Wie lösen wir Konflikte? Was können wir gegen Ausgrenzung tun? Was heißt für uns Frieden und wo beginnt Gewalt? Das Ziel der Friedensbildung ist eine Kultur des Friedens zu fördern. Dabei handelt es sich um Wertvorstellungen, Einstellungen, Traditionen sowie Verhaltens- und Lebensweisen, die auf der Achtung von Menschenrechten und Grundfreiheiten, der friedlichen Beilegung von Konflikten, Förderung von Toleranz und kultureller Vielfalt sowie Dialog beruhen (vgl. Erklärung der UN über eine Kultur des Friedens, 1999).
Frieden kann gelernt werden
Die friedenspädagogische Praxis legt die Grundlagen für ein friedliches Zusammenleben in drei Dimensionen: im Denken, Fühlen und Handeln. Das Team der Servicestelle Friedensbildung Baden-Württemberg konzipiert hierfür zielgruppengerechte Formate. Mit dem Lernposter „Konflikte analysieren mit Friedensfokus“ werden Konfliktursachen und zivile Konflikttransformation in den Blick genommen. Im Workshop „Konflikte bearbeiten – aber wie?“ lernen Schülerinnen und Schüler, wie Konflikte entstehen, sich zuspitzen und was helfen kann, sie rechtzeitig zu entschärfen. In unseren „Peace Guide“ finden sich 26 Aktionsideen für Schülerinnen und Schüler, von A wie „Aufmerksamkeit wecken“ bis Z wie „Zivilcourage zeigen“.
Frieden an Schulen stärken
Wenn junge Menschen erleben, dass Meinungen respektiert und Konflikte gemeinsam gelöst werden, entwickeln sie wichtige Fähigkeiten für eine demokratische Gesellschaft. Die Bedeutung von Bildung und Erziehung für die Förderung von Frieden findet sich in der Präambel der UNESCO von 1945: „Da Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden“. Das macht Friedensbildung zu einer wichtigen Querschnittsaufgabe schulischer Bildung. Denn Fragen zu Frieden, Konflikt, Verantwortung und friedlichem Zusammenleben lassen sich mit den Inhalten nahezu jedes Schulfachs verbinden.
Frieden und Globales Lernen
Die Frage, wie wir heute so handeln können, dass wir und zukünftige Generationen, mehr soziale Gerechtigkeit und ein friedlicheres Zusammenleben erfahren, hat enge Verbindungen zu Konzepten wie dem Globalen Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung, den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen, der Demokratie- und Menschenrechtsbildung. Denn ohne Frieden ist nachhaltige Entwicklung kaum möglich und ohne gerechte gesellschaftliche Verhältnisse bleibt Frieden fragil.
#FriedenIstJetzt
Für Frieden einsetzen – für alle, überall, jeden Tag. Also weshalb nicht heute beginnen? Mit dem „Peace Guide“ eine Aktion an der Schule planen oder mit unserem Planspiel „Frieden für Aridora? Zwischen Wassermangel und bewaffnetem Widerstand“ internationale Friedensprozesse erleben.
Das Team der Servicestelle Friedensbildung Baden-Württemberg wünscht viel Freude beim Lesen und Ausprobieren!
Verena Krautter
Leiterin der Servicestelle Friedensbildung Baden-Württemberg
EWIK-Kooperationspartner
Die Servicestelle Friedensbildung Baden-Württemberg ist zentrale Beratungs-, Informations- und Vernetzungsstelle mit dem Auftrag, Friedensbildung an den Schulen in Baden-Württemberg zu stärken. Mehr über unsere Arbeit: www.friedensbildung-bw.de