Liebe Leserinnen und Leser,
54 Länder, über 3.000 Bevölkerungsgruppen und mehr als 2.000 gesprochene Sprachen. Afrika ist ein Kontinent von beeindruckender Vielfalt. Dennoch wird er in öffentlichen Debatten und Medienberichten häufig vor allem mit Krisen, Konflikten oder Armut in Verbindung gebracht. Solche Darstellungen greifen zu kurz. Sie blenden historische und globale Zusammenhänge aus und lassen die kulturelle, sprachliche und politische Vielfalt sowie die zahlreichen Zukunftsvisionen und Innovationen auf dem afrikanischen Kontinent oft unsichtbar werden.
Dabei gibt es viele Geschichten, die bei uns selten erzählt werden. Wussten Sie z. B., dass die älteste noch bestehende Universität der Welt im heutigen Marokko von einer Frau gegründet wurde? Dass das ruandische Parlament den höchsten Frauenanteil weltweit aufweist? Dass die erste erfolgreiche Herztransplantation in Südafrika stattfand? Oder dass Nigeria mit Nollywood über eine der größten Filmindustrien der Welt verfügt?
Auch im Bereich Innovation und Technologie setzen viele afrikanische Länder wichtige Impulse. Das in Kenia entwickelte mobile Bezahlsystem M-Pesa gilt bis heute als Vorbild für finanzielle Teilhabe und digitale Innovation. Gleichzeitig entstehen auf dem gesamten Kontinent zukunftsweisende Lösungen – von Technologiezentren wie dem Co-Creation Hub in Nigeria oder Kigali Innovation City in Ruanda bis hin zu innovativen Projekten für erneuerbare Energien und dezentrale Stromversorgung, die weit über Afrika hinaus Beachtung finden.
Ein differenziertes Afrikabild umfasst jedoch auch die Auseinandersetzung mit der (deutschen) Kolonialgeschichte sowie ihren bis heute wirksamen Folgen. Viele aktuelle Herausforderungen lassen sich nur verstehen, wenn historische Machtverhältnisse mitgedacht werden. Ebenso wichtig ist die Reflexion eigener Vorstellungen und Stereotype: Wer spricht über Afrika? Wessen Perspektiven werden gehört? Und welches Wissen bleibt oft unsichtbar? Die Antworten auf diese Fragen prägen maßgeblich unser Verständnis des Kontinents.
Globales Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung können dazu beitragen, diese Perspektiven zu erweitern. Sie schaffen Räume für kritische Reflexion und ermöglichen es, Afrika als vielfältigen, dynamischen und zukunftsorientierten Kontinent wahrzunehmen.
In diesem Newsletter finden Sie Bildungsmaterialien, Unterrichtsanregungen und Hintergrundinformationen für eine differenzierte Auseinandersetzung mit Afrika – und für neue Perspektiven auf einen Kontinent voller Vielfalt, Innovation und Zukunft.
Viel Freude beim Lesen!
Lisa-Marie Hildebrand Referentin für Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit bei Gemeinsam mit Afrika e. V. EWIK-Kooperationspartner
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