Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Künstliche Intelligenz (KI) verändert, wie wir lernen, arbeiten und konsumieren. Sie ist längst Teil unseres Alltags und damit auch ein Thema für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Im Spannungsfeld der globalen Nachhaltigkeitsziele eröffnet KI neue Möglichkeiten, stellt uns aber zugleich vor grundlegende Herausforderungen.
BNE zielt darauf ab, Menschen zu befähigen, zukunftsfähig zu denken und zu handeln und gesellschaftliche Transformation aktiv mitzugestalten. Dabei kann KI unterstützen: Sie ermöglicht individualisierte Lernangebote, erleichtert den Zugang zu Wissen, kann unterschiedliche Perspektiven aufzeigen und komplexe Zusammenhänge, zum Beispiel zu Klimawandel oder globalen Lieferketten, anschaulich vermitteln. Damit trägt sie dazu bei, Bildung inklusiver und partizipativer zu gestalten, ganz im Sinne von SDG 4.
Doch diese Chancen gehen mit Risiken einher, die auch aus Verbrauchersicht nicht unterschätzt werden dürfen. KI-Systeme verbrauchen erhebliche Mengen an Energie und Ressourcen – ein Aspekt, der den Zielen nachhaltiger Entwicklung durchaus widerspricht. Zudem stellen Fragen nach Datenschutz, Transparenz und algorithmischer Verzerrung zentrale Herausforderungen dar. Wenn Lernende KI-Ergebnisse unkritisch übernehmen, besteht die Gefahr, dass Medienkompetenz und eigenständiges Denken geschwächt werden.
Für die Bildungsarbeit bedeutet das: KI darf nicht nur Werkzeug sein, sondern muss selbst zum Lerngegenstand werden. Lernende brauchen Kompetenzen, um KI-Anwendungen kritisch zu hinterfragen, ihre Funktionsweisen zu verstehen und informierte Entscheidungen zu treffen, beispielsweise wenn es um den Umgang mit persönlichen Daten oder die Bewertung von Informationen geht. Bildung muss Menschen befähigen, sich sicher, selbstbestimmt und verantwortungsvoll in einer zunehmend KI-geprägten Welt zu bewegen.
Die zentrale Frage lautet daher nicht, ob wir KI nutzen, sondern wie wir sie in Bildungskontexte einbetten. Entscheidend ist, welche Kompetenzen wir heute stärken, damit nachhaltige Entscheidungen auch morgen möglich bleiben.
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Dominique Choina
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Bildung für nachhaltige Entwicklung
Verbraucherzentrale NRW e. V.