Liebe Leserinnen, liebe Leser,
in meinem Sportverein versuche ich, die Themen Bildung und Nachhaltigkeit stärker zu verankern. Trotz meines Engagements und meiner beruflichen Erfahrung wurde, als ich mit einer Projektidee vorstellig wurde, demonstrativ mit den Augen gerollt. Ich wollte einen niedrigschwelligen Workshop zu fairen Lieferketten und Fast Fashion in Kombination mit Boxtraining durchführen. Zusätzlich war gegen Ende des Jahres ein Secondhand-Markt für Sportartikel geplant. Nach viel Gegenwind und einigen persönlichen Gesprächen bekam ich schließlich die Möglichkeit.
Ich frage mich: Warum haben es nachhaltige Bildungsthemen im Sport so schwer? Häufig werden sie als Zusatz oder „Extra“ wahrgenommen – als etwas, das nicht zum eigentlichen Sportbetrieb gehört. Dabei täte der organisierte Sport gut daran, sich stärker für eine nachhaltige Zukunft zu engagieren. Nicht zuletzt wegen der eigenen ökologischen Auswirkungen, etwa durch Sportgroßveranstaltungen oder die Sportartikel-Industrie.
Diese ablehnende Haltung begegnet uns zunehmend – in Verbänden, Vereinen und auch in Schulen, in denen wir unsere Workshops anbieten möchten. Und trotzdem bleibt nachhaltige Bildungsarbeit im Sport essenziell.
Sport hat eine besondere Stärke: Er verbindet. Ihm ist es egal, aus welchem Land jemand kommt oder welchen sozialen oder wirtschaftlichen Hintergrund eine Person hat. In Kombination mit Bildungsangeboten entsteht so ein Zugang, mit dem wir auch Kinder und Jugendliche erreichen können, die im klassischen Unterricht schwer zu erreichen sind.
Vereine haben hier eine große Chance. Sie können einen abwechslungsreichen und attraktiven Trainingsalltag gestalten, der Training und Bildung sinnvoll miteinander verbindet. In Zukunft müssen Vereine und Schulen sich noch stärker als aktive Akteure und Vorreiter von Sport und Bildung positionieren und zeigen, dass diese Bereiche zusammengehören.
Der durchgeführte Workshop war ein Erfolg. Bei einem Wettbewerb konnten wir mit unserem Engagement den dritten Platz belegen und nachhaltig produzierte T-Shirts für unseren Verein gewinnen. Ich hoffe, dass dieser Erfolg zu einem Umdenken führt.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Arbeit im Bereich Nachhaltigkeit und Bildung.
Bleiben Sie dran – für eine bessere gemeinsame Zukunft.
Benjamin Zeise, Sport handelt Fair