Liebe Leserinnen, liebe Leser,
globale Gesundheit rückt immer dann ins Zentrum der Aufmerksamkeit, wenn Krisen die Welt erschüttern – Pandemien, Klimawandel, Konflikte. Doch sobald die unmittelbare Bedrohung abflaut, verschwinden viele globale Gesundheitsfragen wieder aus der medialen Wahrnehmung. Für uns bei der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe ist klar: Gesundheit ist kein Thema, das Schlagzeilen braucht, um relevant zu sein. Sie ist ein Menschenrecht!
Zahlreiche internationale Studien zeigen, wie eng globale Entwicklungen miteinander verflochten sind: Armut zählt weltweit zu den stärksten Treibern von Krankheit, insbesondere bei armutsassoziierten und vernachlässigten Tropenkrankheiten wie Lepra, Buruli Ulcer oder Schistosomiasis. Die Forschung der WHO macht deutlich, dass diese Krankheiten vor allem dort auftreten, wo Menschen keinen sicheren Zugang zu Wasser, Hygiene und Gesundheitsversorgung haben.
Doch die Entwicklungen zeigen: Gesundheit ist längst kein regional begrenztes Thema mehr: Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, wurden in Rumänien und Kroatien erstmals seit über 30 bzw. 40 Jahren wieder neue Lepra-Fälle bestätigt. Auch FOCUS Online meldete fünf aktuelle Fälle und betonte, dass es sich um die ersten Meldungen seit 1981 und 1993 handelt. Weitere Medien wie die Apotheken Umschau und MSN unterstreichen, dass dies zwar alarmierend klingt, die Gefahr einer größeren Ausbreitung jedoch gering bleibt – Lepra ist wenig ansteckend und gut behandelbar. Trotzdem führt uns diese Entwicklung vor Augen: Globale Gesundheit kennt keine Grenzen, und vermeintlich „vergessene“ Krankheiten finden neue Wege in unsere Lebensrealität.
Für uns bei der DAHW bedeutet globale Gesundheit tägliche Praxis: Gemeinsam mit lokalen Partnern und Selbstvertretungsorganisationen finden wir Betroffene, ermöglichen Diagnose und Behandlung und stärken Gesundheitssysteme nachhaltig. Wir unterstützen Forschung – etwa zur Entwicklung eines zukünftigen Lepra-Impfstoffs – und setzen uns dafür ein, dass Menschen mit armutsassoziierten Krankheiten nicht nur medizinisch versorgt werden, sondern selbstbestimmt für ihre Rechte eintreten können. Indem wir Stigmata abbauen und Inklusion fördern, sorgen wir dafür, dass Betroffene sichtbar werden und ihren Platz in der Gemeinschaft zurückgewinnen.
Warum gehört globale Gesundheit in deutsche Schulen?
Weil Globales Lernen Empathie, kritisches Denken und Solidarität stärkt – Fähigkeiten, die junge Menschen brauchen, um eine gerechte Zukunft aktiv mitzugestalten.
Genau hier leistet das Portal Globales Lernen einen unverzichtbaren Beitrag: Es bietet verlässliche, sorgfältig ausgewählte Materialien, die globale Themen wie Gesundheit sichtbar, zugänglich und handlungsorientiert in den Unterricht bringen.
Globale Gesundheit ist kein Randthema. Sie ist ein Spiegel unserer Welt – und ein Aufruf, gemeinsam zu handeln, damit wir einer Zukunft näherkommen, in der kein Mensch mehr an den Folgen von Armutskrankheiten leiden muss.
Saanika Amembal, Bildungsreferentin, DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e. V.
EWIK-Kooperationspartner